FORUM RAUSCHERFAHRUNG, WISSENSCHAFT UND PSYCHOANALYSE

Universität Zürich | Studentisches Forum für Psychoanalyse SFPa

Ziel unserer Diskussiongruppe ist es, Personen, die sich mit der Thematik Rausch wissenschaftlich beschäftigen und ernsthaft diskutieren möchten, einen Raum zu bieten, in dem sie zu verschiedenen Themen diskutieren können. Dieses Thema ist generell von der Psychologie und Psychiatrie seit einigen Jahrzehnten stark vernachlässigt worden und unterlag bzw. unterliegt weitestgehend der Prohibition und damit verbundener Kriminalisierung. Dabei gab es zahlreiche erfolgreiche Therapieansätze mit LSD, MDMA und anderen Substanzen und auch für das theoretische Verständnis des Gehirns oder der Psyche können die Rauscherfahrungen wichtig sein, man nehme z.B. Freuds Schriften über Kokain und ihre Bedeutung für seine Sexualitätstheorie oder die Entdeckung der Bedeutung des Serotonins im Zusammenhang mit Experimenten mit LSD.

Im Zuge der Kriminalisierung der Rauschforschung hat sich auch die Psychoanalyse nicht gerade mit Ruhm bekleckert und, im Gegensatz zu Freud, kaum Mut bewiesen gesellschaftlich tabuisierte Themen, die von wissenschaftlicher Bedeutung sind, anzusprechen und zu behandeln.  Auch um diesen Missstand sukzessiv  abzubauen braucht es Plattformen, um den Dialog zwischen Wissenschaftlern voranzutreiben. Diese Veranstaltung soll ein Versuch sein, Personen aus verschiedenen Feldern zusammenzuführen und in einen Dialog zu bringen. Psychoanalytische Konzepte können die Veranstaltung nicht dominieren, weil sie einmal sich bewusst an eine breite Interessentenschicht wendet, und weil sie kaum existieren. Dem soll aber genau Abhilfe geleistet werden.

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Disclaimer: The information on this website is not intended to encourage the use of ethnobotanicals or psychoactive substances. Transformational Psychotherapy specifically cautions against the use of psychedelics in violation of the law, without appropriate professional guidance and monitoring, or without careful personal evaluation of potential risks and hazards.

Podiumsdiskussion

Über den sinnvollen, nutzerbringenden und riskobehafteten Einsatz von psychedelischen Molekülen im klinisch-therapeutischen, psychospirituellen und gesellschaftlichen Kontext debattieren unsere eingeladenen Referenten mit dem Publikum:

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Dr. med. Peter Gasser, Psychiater (petergasser.ch) und Präsident SÄPT (saept.ch)
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Vanja Palmers, Zen-Meister, Stiftung Felsentor (www.felsentor.ch)
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Anestis Mikhail, MA Geschichte und Philosophie des Wissens ETH (transextasis.ch)
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Dr. med. Elmar Grosskurth, Psychiater, Studium in Philosophie und Rechtswissenschaften

Moderation: Moritz Mähr, MA Geschichte und Philosophie des Wissens ETH

Universität Zürich KOL-F-118 | Montag, 5. Dezember 2016 | 18:15 bis 19:45 Uhr

Psycholytische Therapie

Dr. med. Juraj Styk, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie

Der Psychiater Juraj Styk war ein enger Begleiter von LSD-Erfinder Albert Hofmann und von 1991 bis 1997 Präsident der Schweizerischen Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie (SÄPT). Zusammen mit Stanislav Grof hatte er von 1966 bis 1968 in der Tschechoslowakei und von 1988 bis 1993 in der Schweiz legal psycholytische Psychotherapie u.a. mit LSD und MDMA praktiziert. Juraj Styk wird in seinem Vortrag über Praktisches im Umgang mit Regression, Widerstand und Übertragung im Einzel- und Gruppensetting sowie die Besonderheiten der therapeutischen Beziehung in veränderten Bewusstheitszuständen berichten.

Universität Zürich KOL-F-118 | Montag, 7. November 2016 | 18:15 bis 19:45 Uhr

Psychoaktive Substanzen - ein Überblick

Niq Oltman, Designer und Forschender

Die Liste aller als psychoaktiv bekannten Substanzen ist lang und umfasst Tausende Einzelstoffe -- natürlichen wie synthetischen Ursprungs. In diesem Vortrag wage ich den Versuch eines Gesamtüberblicks anhand ihrer prominentesten Vertreter, gemeinsamer chemischer Strukturmerkmale, Wirkungen und Wirkmechanismen. Darunter werden sich alle klassischen Rauschmittel finden, aber auch ältere und neuere »Designerdrogen« und sogenannte »Research Chemicals«. Der Vortrag befasst sich schwerpunktmässig mit chemischen und pharmakologischen Aspekten, dennoch sind keine Vorkenntnisse notwendig, und es wird auch keine trockene »Theorievorlesung« -- versprochen!


Universität Zürich
KOL-F-118 | Montag, 3. Oktober 2016 | 18:15 bis 19:45 Uhr

MDMA und der Tag danach: eine neuropsychodynamische Perspektive

Volker Hartmann, cand. MSc Psychologie
Dr. Dr. med. Milan Scheidegger, Psychiatrie & Neurowissenschaften


In dieser Sitzung soll es um den MDMA-Rausch und den Kater am Tag danach gehen und was wir über die Funktionsweise des Gehirns durch ihn erfahren können. Wir wollen dabei mit der Betrachtung einer Technik beginnen, durch deren Hilfe man den Kater am Tag danach vermeiden kann.

Universität Zürich | Montag 11. April 2016 | 18-20 Uhr

Traum und Rausch - nützlich oder unnütz?

Dr. med. David Andel, Neurowissenschaftler und Informatiker

Träume sind Schäume. Räusche sind Intoxikationen.
Oder Königswege zum Unbewussten?
Fragen, Möglichkeiten, Kriterien.

Universität Zürich | Montag, 7. März 2016 | 18-20 Uhr

Das entropische Gehirn

Dario Dornbierer, MSc ETH Pharmazeutische Wissenschaften, cand. PhD
Robin von Rotz, cand. MSc Psychologie

Erklärungsansätze für das Entstehen psychedelischer Bewusstseinszustände mit Querbezügen zu Carhartt-Harris und Grof sowie zum Zusammenhang zwischen Spiritualität und Psychedelika im Rahmen der psychedelischen Therapie.

Universität Zürich | Montag 16. November 2015 | 18-20 Uhr

Psycholyse - Selbstentgrenzung als Transformationstechnik

Dr. Dr. med. Milan Scheidegger, Psychiatrie, Neurowissenschaften & Philosophie

Rauscherfahrungen sind sowohl für die Hirnforschung als auch für die Psychotherapie ein interessantes und wertvolles Phänomen. Dessen Bedeutung und möglicher Wert soll vor dem Hintergrund eines Referats in einer offenen Gruppe diskutiert werden.

Universität Zürich | Montag, 19. Oktober 2015 | 18-20 Uhr