Die turbulente Schau des Unendlichen: Psychotropen und Vision in Religion und Kunst

Monday, October 15, 18:15 - 19:45, University of Zurich, KOL-F-118

Dr. Adrián Navigante
Director of Research and Intellectual Dialogue FIND (Fondation Inde-Europe de Nouveaux Dialogues)

In diesem Vortrag wird Adrián Navigante auf die komplexe Frage der religiösen Bedeutung von Visionen eingehen am Beispiel von zwei modernen Autoren: Henri Michaux und Antonin Artaud. Die Frage nach der religiösen Bedeutung von Visionen setzt voraus, dass aus dem Werk dieser berühmten literarischen Autoren bestimmte Züge herausdestilliert werden, die über das Forschungsfeld der Literaturwissenschaft weit hinausgehen. Die hinduistischen Dimension der Meskalin-Erfahrung von Henri Michaux sowie Antonin Artauds Peyote-Initiation bei den Tarahumaras verlangen einen interdisziplinären Blick, wo die Philosophie, die Indologie und die Ethnologie eine wesentliche Rolle spielen sowohl für die Rekonstruktion der Hauptquellen dieser Erfahrung (jenseits des Lebensspektrums von jedem Autor) als auch für eine Reflexion über den Wert und die Reichweite einer erlebten Religion, dessen Wurzeln in einem singulären (und für die westliche Kultur zum großen Teil verloren gegangenen) Verhältnis zwischen Mensch und Natur, Erleuchtung und Wahnsinn liegen.