AYAHUASCA - von der indigenen Medizin zum klinischen Prüfpräparat?

FORUM: FRONTIERS IN PSYCHEDELIC SCIENCE
Dr. Dr. med. Milan Scheidegger, MA ETH HPK

Montag, 4. Dezember 2017, 18:15 - 19:45, Universität Zürich,
KOL-F-118

Ayahuasca ist eine Pflanzenzubereitung aus Amazonien, welche bisher in der indigenen Medizin traditionelle Anwendung fand. Neben zahlreichen anekdotischen Berichten sind in den letzten Monaten vermehrt Studien zu Ayahuasca veröffentlicht worden, die klinisch relevante positive Effekte bei der Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Suchtdruck oder Traumafolgestörungen nahelegen. Ayahuasca enthält die psychotropen Wirkstoffe Dimethyltryptamin (DMT) und β-Carboline (MAO-Hemmer), welche rasch wirksame Effekte auf das Serotoninsystem zeigen und die Neuroplastizität fördern. Der therapeutische Einsatz dieser psychotroper Substanzen beruht dabei weniger auf einer längerdauernden pharmakologischen Substitution von Neurotransmittern als vielmehr auf der Veränderung von dysfunktionalen neuronalen Regelkreisen. Insofern könnte sich Ayahuasca als Adjuvans zur Psychotherapie in einer stärker transformationsorientierten Behandlungsstrategie als innovative Therapieoption erweisen.