Dekonstruktion und Rekonstruktion von Wirklichkeit in veränderten Bewusstseinszuständen

Donnerstag, 2. Februar 2020 | Daseinsanalytisches Seminar Zürich

Die Bewusstseinsforschung mit psychedelischen Substanzen und deren klinisch-experimenteller Einsatz zur Unterstützung psychotherapeutischer Transformationsprozesse erlebt derzeit eine Renaissance. Als epistemologische Werkzeuge bieten Psychedelika interessante Einblicke in die innere Architektur des Bewusstseinsraums.

Phänomenologisch weisen psychedelische Erfahrungen eine Nähe zu ekstatischen oder meditativen Zuständen der Selbstentgrenzung auf, wobei rigide Denk- und Beziehungsmuster flexibilisiert und neu ausgerichtet werden können. Tiefgreifende existenzielle Erfahrungen in veränderten Bewusstseinszuständen können zu einer Relativierung von Wirklichkeitskonstruktionen und damit verbundenen Ängsten beitragen. Andererseits öffnen mystische Erfahrungen auch Erlebnisräume, die einen nachhaltigen Einfluss auf die persönliche Weltanschauung mit sich bringen können.

Es werden Schnittstellen zwischen verschiedenen erkenntnistheoretischen Perspektiven wie der Pharmakologie, Neurowissenschaft, Psychotherapie und Philosophie berührt.